Zwei Workshops "Kinder aus suchtbelasteten Familien": Erkennen - Handeln mit engagierten TeilnehmerInnen

Das Gute wollen, heisst noch nicht das Gute bewirken. Was kann eine positive Wirkung entfalten, und was könnte die Belastung erhöhen? In diesem Sinne wollte der Workshop das Fingerspitzengefühl fördern, den Blickwinkel weiten und das Herz öffnen für vorsichtige, mutige und wohl überlegte Handlungen.

Den Auftakt zur Veranstaltung machten die Referentinnen Ruth Hagen (SFA) und Maria LumsdenRieder (IOGT). Sie legten dar, was Kinder stärkt und emotional belastbar macht. Die Referentinnen wiesen darauf hin, dass Alkoholproblem die Familie als Ganzes «beherrscht». Für die Kinder stellt diese Situation eine grosse Belastung dar. Dadurch, dass die Sucht sehr viel Raum einnimmt, fehlt den Eltern die Zeit, sich ausreichend um das Kind zu kümmern. Die Beziehung zu den Eltern ist geprägt durch fehlende Zuneigung, fehlenden Schutz, aber auch durch Unberechenbarkeit. Regeln und Grenzen ändern sich je nach Zustand der abhängigen Person.

Wie kann Kindern aus suchtbelasteten Familien geholfen werden? 

Eine wichtige Massnahme ist, das Kind und sein Umfeld zu beobachten – Wie ist das Verhalten des
Kindes? Wirkt es zufrieden und aktiv? Wie verhält sich das Kind in Gegenwart seiner Eltern? Hat das Kind andere wichtige Bezugspersonen im nahen Umfeld? WeitereMöglichkeiten, dem Kind zu helfen, sind: dessen Stärken zu fördern, es ernst zu nehmen, Interesse zeigen, Rat und Unterstützung bei entsprechenden Fachstellen suchen.
Es ist wichtig, die Eltern immer wieder anzusprechen und zum Ausdruck zu bringen, dasssie sich Sorgen um die Kinder machen. Hierbei sei es wichtig, mitzuteilen, was die betreuende Person selber
beobachtet hat und diese Beobachtungen mit den Eltern zu teilen. Zudem soll der Austausch mit
anderen Fachleuten gesucht werden.Auch wenn es sich um eine Familienangelegenheit handelt, ist es manchmal unumgänglich, dass sich betreuende Personen zum Wohl des Kindes einmischen.

 

Mittwoch 8. April 2009 Alter: 1 Jahre