Lamin Jammeh präsentiert die Gruppenergebnisse
IOGT Guinea-Bissau, Senegal, Sierra-Leone, Schweiz und Gambia waren vertreten
Josef Blatter hat ein Schulungscenter errichten lassen
mit Kopf, Herz und Händen wird gearbeitet
Abie Jaw bringt die Sicht der Jugendlichen mitein
statt autoritärem Frontalunterricht ist diese Arbeitsform kreativ und fröhlich
Bobson Ali Karsbo, Sierra-Leone (vorne) und Edward Mendy, Guinea-Bissau
zufrieden mit sich und dem Resultat
Lamin Jammeh, Gambia, Anuar Djedjo und Edward Mendy, Guinea-Bissau
Innenminister Ousman Sonko mit Team und IOGT Delegation
Gai Haddy Sey war zudem verantwortlich für das ausgezeichnete Essen
Lamin Jammeh, Gai Haddy Sey, Priska Hauser-Scherer, Abba Diémé, Anuar Djedjo
IOGT Jes Präsident Lamin Njie mit Binta KhanEine grossartige Erfahrung, wie IOGT in der Region zu neuem Leben erwacht
Die neu gegründete Organisation IOGT-Jes Gambia war Gastgeberin für einen hervorragenden und ausgezeichnet vorbereiteten Workshop im Fifa Goal Project in Banjul Ende November. Ein Wermutstropfen war, dass der Internationale Präsident Sven-Olov Carlsson wegen Krankheit nicht teilnehmen konnte. Sein Besuch in Westafrika ist nicht gestrichen, sondern hoffentlich nur aufgeschoben.
Teilnehmer von IOGT-Jes Guinea-Bissau, IOGT-Jes Senegal und IOGT Sierra Leone begrüssten IOGT-Jes Gambia in der IOGT International Familie. Ein frischer Wind mit jungen und engagierten Freiwilligen ist bereit, eine starke und wirkungsvolle IOGT-Arbeit in Westafrika aufzubauen. Im Auftrag von IOGT International moderierte Priska Hauser-Scherer von IOGT Schweiz den workshop mit dem Ziel, den lokalen Freiwilligen gute Arbeitsinstrumente in die Hände zu geben. Sie vermittelte ihnen eine neue Arbeitsmethode, die auf demokratischen und partnerschaftlichen Prinzipien beruht und gleichzeitig mit kreativen und visuellen Elementen arbeitet. Die Methode “world café” beinhaltet einen Prozess mit Herz und Kopf. Obwohl die intellektuelle Arbeit intensiv war, konnten doch alle Teilnehmer den Inhalten folgen und aktiv zum Resultat beitragen. Es war höchst inspirierend zu erleben, wie viel man schon weiss und wie einfach es ist, sich neues Wissen anzueignen.
Das gleiche Wort zu benutzen, bedeutet nicht, dass wir alle das gleiche damit meinen. Die Teilnehmer erklärten sich gegenseitig, was sie genau meinen, wenn Prävention sagen. Die Beiträge und Gedanken wurden auf einem Blatt Papier gezeichnet und notiert. Anstatt abstrakt über Konzepte zu reden, stellten sie es anschaulich mit Beispielen dar. Prävention kann bedeuten, dass sich jemand aktiv von einer Gefahr entfernt, oder einen Sicherheitsgürtel zwischen sich und die Gefahr legt oder sich aktiv vor einer Gefahr schützt. Nachdem Präventionsmethoden gesammelt wurden, tauschten die Teilnehmer best practice Beispiele von Präventionsaktivitäten aus. Hier zeigte sich deutlich, dass europäische Beispiele nicht für die Umsetzung in Afrika taugen und die afrikanischen Präventionsstrategien durchtränkt sind mit kulturellen Vorgaben.
Anschliessend teilten sie ihr Wissen über Alkohol und Drogen. Internationale Berichte zu Drogenhandel in Westafrika erschütterte die Teilnehmer, da die meisten das Ausmass noch nie so deutlich dargestellt gesehen haben. Obwohl das Internet den Zugang zu Informationen auch für Afrikaner merklich verbessert hat, ist es nicht so einfach an die richtigen Studien zu kommen. Die Kosten für einen Besuch im Internet-Café sind immer noch hoch für die Einheimischen und die Verbindungen sind oft über Tage hinweg nicht stabil.
Der Austausch, was es braucht, um eine gut funktionierende Organisation zu haben und wo Geldquellen für gemeinnützige Arbeit gefunden werden können, zeigte, dass die bestandenen Organisationen den Anfängern viel Hilfreiches vermitteln konnten. Während der kreativen und lustvollen Gruppenarbeiten besuchte ein Journalist des Gambischen “Observer” und ein Team des Nationalen Fernsehens den Anlass. In den vielbeachteten 20 Uhr-Nachrichten wurde landesweit über den Workshop berichtet. Gai Haddy Sei wurde vom Radio eingeladen an der Talkshow als Gast der Woche am Samstagabend teilzunehmen, die eine hohe Zahl von Zuhörern hat.
Dr. Lamin Sidibeh, Psychologe und Head of the Social Science der Universität von Gambia, führte die Gründe des Alkohol- und Drogenmissbrauchs in Westafrika aus und betonte die Notwendigkeit, dass Afrikaner einen eigenständigen Weg gehen müssen.
Mit euphorischer Motivation planen IOGT-Jes Guinea-Bissau, Gambia und Senegal das soeben Gelernte so schnell wie möglich umzusetzen innerhalb ihrer Organisation. Konkrete workshops sollen Anfang 2010 stattfinden.
Eine Delegation verschiedener IOGT-Organisationen traf sich anschliessend mit dem Chef der National Drug Enforcement Agency, Mr. Ibrahim Bun Sanneh uns seinen Mitarbeitern. Zu unserer Überraschung wusste er sehr genau Bescheid über IOGT, da er selber vor Jahren aktives Mitglied war. Er versicherte IOGT-Jes Gambia seine Unterstützung als anerkannte und registrierte Organisation, die auch eingebunden ist in ein internationales Netzwerk.
Nach all den positiven und erfreulichen Erlebnissen war der Höhepunkt schliesslich, der Empfang beim Minister of The Interior and NGO Affairs, Hon. Ousman Sonko. Er hiess die IOGT Delegation aus verschiedenen Ländern herzlich willkommen. Dem Treffen wohnten seine Abteilungschefs bei. Der Innenminister drückte seine Freude über das freiwillige Engagement zugunsten der Bevölkerung von Gambia aus und dankte IOGT International für die Unterstützung beim Aufbau der neuen Organisation in Gambia.
Es scheint, dass ein Teilnehmer aus Ghana sämtliche Vorurteile bekräftigt, die man gegenüber Afrikanern haben kann. Dwumfour Kwasi Ohene, Executiv Direktor von NEYOAP, meldete sich rechtzeitig an, legte eine Proforma-Rechnung eines Reisbüros vor und erhielt das Geld für das Flugbillett mit Western Union nach Ghana. Er erschien nicht in Gambia, rief nicht an, war nicht zu erreichen. Nach dem Workshop schickte er ein kurzes Email, er habe einen Unfall auf dem Weg zum Flughafen gehabt. Es scheint eine ertragsreiche Methode zu sein, Geld zu verdienen, wenn man sich an internationale Konferenzen anmeldet und das Geld für die Reise in den eigenen Sack steckt.